
Die Leistung Ihres Vertriebsteams ist unberechenbar und hängt fast ausschliesslich von ein oder zwei „Helden“ ab. Das ist kein Personal-, sondern ein Systemproblem.
- Wahrer Erfolg entsteht durch ein skalierbares Vertriebs-Betriebssystem, nicht durch schwer kopierbares Einzeltalent.
- Dies erfordert die konsequente Kodifizierung von Wissen, die Steuerung über die richtigen Frühindikatoren und die Ausrichtung der Anreizsysteme auf das Gesamtsystem.
Empfehlung: Wechseln Sie Ihre Rolle vom bewundernden Talent-Scout zum methodischen System-Architekten. Nur so schaffen Sie skalierbare Exzellenz.
Kennen Sie das? Das Quartalsende naht und Ihr Blick wandert nervös über das Dashboard. Der gesamte Umsatzerfolg lastet wieder einmal auf den Schultern Ihrer beiden Top-Performer. Sie sind die Helden, die Magier, die irgendwie immer den Abschluss schaffen, während der Rest des Teams im soliden Mittelfeld stagniert. Sie fragen sich: „Wie kann ich den Rest des Teams auf dieses Niveau heben?“ Die üblichen Antworten scheinen naheliegend, aber kraftlos: mehr Training, höhere Boni, wöchentliche Motivationsreden. Doch diese Massnahmen kratzen nur an der Oberfläche eines viel tiefer liegenden Problems.
Die Wahrheit ist: Ihre Abhängigkeit von diesen Stars ist keine Stärke, sondern die grösste Schwachstelle Ihres Vertriebs. Ihr Erfolg basiert auf Intuition, persönlichen Netzwerken und über Jahre gewachsenem, aber undokumentiertem Wissen. Es ist eine Kunstform – und Kunst ist nicht skalierbar. Sie versuchen, ein ganzes Orchester zu dirigieren, indem Sie nur auf die beiden ersten Geigen hören, anstatt allen Musikern die gleichen, exzellenten Notenblätter zu geben. Die ständige Hoffnung auf den nächsten Helden-Nachwuchs ist eine Strategie des Zufalls, keine des Wachstums.
Was aber, wenn die wahre Lösung nicht darin besteht, weitere Künstler zu finden, sondern darin, ein Architekt zu werden? Wenn der Schlüssel nicht in der Jagd nach Talent, sondern im Aufbau eines unfairen Vorteils liegt: einem systematischen, datengesteuerten Vertriebs-Betriebssystem. Ein System, das die Genialität Ihrer Top-Performer extrahiert, in wiederholbare Prozesse giesst und so das gesamte Team auf ein neues Level hebt. Es geht darum, die Magie in eine Maschine zu verwandeln, die berechenbar und steuerbar exzellente Ergebnisse produziert.
Dieser Artikel ist Ihr Bauplan. Wir werden Schritt für Schritt die entscheidenden Komponenten dieses Betriebssystems zusammensetzen. Von der systematischen Einwandbehandlung über die Wahl der richtigen Steuerungskennzahlen bis hin zur Neuausrichtung Ihrer Teamstruktur werden Sie lernen, wie Sie die Abhängigkeit von Einzelpersonen beenden und eine Kultur der skalierbaren Exzellenz schaffen.
Inhalt: Der Bauplan für Ihr Vertriebs-Betriebssystem
- Warum braucht Ihr Team ein Skript für Einwände und wie schreiben Sie es?
- Mitreisen oder Call-Listening: Was verbessert die Abschlussquote nachhaltiger?
- Calls, Demos, Offers: Welche Vorlauf-Indikatoren steuern den Umsatz wirklich?
- Das Risiko, wenn Top-Performer das CRM boykottieren und Wissen horten
- Wann führen Provisionsmodelle zu falschem Verhalten und Rabattschlachten?
- Budget, Authority, Need, Timing: Wie fragen Sie das ab, ohne wie ein Verhör zu wirken?
- Warum steigern Ranglisten und Badges die Eingabedisziplin bei Vertrieblern?
- Wie beseitigen Sie die Reibungsverluste zwischen Marketing, Sales und Service, die Umsatz kosten?
Warum braucht Ihr Team ein Skript für Einwände und wie schreiben Sie es?
Die erste Reaktion vieler Vertriebsleiter auf das Wort „Skript“ ist Ablehnung. „Ich will keine Roboter, ich will authentische Verkäufer!“ Das ist ein gefährlicher Trugschluss. Ein Einwand-Skript, oder besser gesagt ein Sales Playbook, ist nicht dazu da, die Kreativität zu ersticken. Es ist dazu da, die besten Reaktionen auf die häufigsten Hindernisse zu demokratisieren. Ihre Top-Performer haben über hunderte Gespräche hinweg gelernt, wie man auf Preis-, Zeit- oder Bedarfs-Einwände elegant reagiert. Dieses Wissen bleibt in ihren Köpfen gefangen – ein ungenutzter Schatz.
Ein Sales Playbook ist der erste Schritt, um dieses implizite Wissen in explizite, trainierbare Fähigkeiten für das gesamte Team zu verwandeln. Es ist ein lebendiges Dokument, das die erfolgreichsten Formulierungen, die besten Analogien und die schlagkräftigsten Argumente sammelt. Indem Sie die Antworten Ihrer Stars analysieren und als modulare Bausteine zur Verfügung stellen, geben Sie dem Rest des Teams ein Geländer, an dem sie sich in schwierigen Gesprächssituationen festhalten und weiterentwickeln können. Es geht nicht um starres Ablesen, sondern um die Bereitstellung von erprobten Optionen.
Die systematische Implementierung solcher Playbooks ist ein entscheidender Hebel für die Gesamtleistung. Es ist der Unterschied zwischen „hoffen, dass jeder Verkäufer die richtige Antwort findet“ und „wissen, dass jeder Verkäufer auf die besten bekannten Antworten zugreifen kann“. Studien zeigen, dass eine strukturierte Herangehensweise durch Sales Playbooks enorme Auswirkungen hat. So kann die Einführung strukturierter Verkaufsprozesse zu einer deutlichen Umsatzsteigerung von bis zu 28% führen, weil die Effektivität und Konsistenz im Team steigt. Dies ist der erste Baustein Ihres Vertriebs-Betriebssystems: die Kodifizierung von Exzellenz.
Mitreisen oder Call-Listening: Was verbessert die Abschlussquote nachhaltiger?
Als Sales Coach stehen Sie vor der Wahl: Steigen Sie ins Auto und begleiten einen Mitarbeiter zum Kunden (Ride-Along) oder nutzen Sie moderne Tools, um Gespräche remote zu analysieren (Call-Listening)? Die traditionelle Methode des Mitreisens hat ihren Charme. Sie erleben die Situation live, spüren die Atmosphäre und können nonverbale Signale deuten. Doch aus der Perspektive eines System-Architekten ist dieser Ansatz extrem ineffizient und kaum skalierbar. Sie investieren einen ganzen Tag für eine einzige Person und wenige Interaktionen.
Modernes Call-Listening, oft unterstützt durch Conversation Intelligence Software, ist der weitaus überlegene Ansatz für ein skalierbares Coaching. Sie können asynchron dutzende Gespräche von verschiedenen Teammitgliedern analysieren, Muster erkennen und gezieltes Feedback geben. Anstatt nur einen Verkäufer zu beobachten, analysieren Sie die Leistung des gesamten Systems. Sie erkennen, ob ein bestimmter Einwand teamweit Probleme bereitet oder ob die neu eingeführte Value Proposition überhaupt genutzt wird. Wie Remote Sales Leadership Experten in ihrem Playbook für die Führung verteilter Vertriebsteams betonen, ermöglichen es solche Systeme, Metriken wie Redeanteil, Sprechgeschwindigkeit und die Qualität der Einwandbehandlung automatisch zu analysieren. Sie als Coach können sich die Ergebnisse ansehen, wann immer Sie Zeit haben, und präzises Feedback hinterlassen.
Die Wahl zwischen diesen Methoden ist eine strategische Entscheidung. Ride-Alongs sind situativ wertvoll, besonders in späten Phasen wie der finalen Verhandlung. Call-Listening hingegen ist das Werkzeug für den systematischen Aufbau von Fähigkeiten in den frühen Phasen wie Qualifizierung und Bedarfsanalyse. Es ermöglicht Ihnen, die Qualität im Maschinenraum Ihres Vertriebs-Betriebssystems flächendeckend zu verbessern, statt nur an Deck einzelne Matrosen zu polieren.
| Kriterium | Mitreisen (Ride-Alongs) | Call-Listening |
|---|---|---|
| Skalierbarkeit | Niedrig (1:1 Betreuung) | Hoch (mehrere Calls parallel) |
| Nonverbale Signale | Vollständig erfassbar | Nicht sichtbar |
| Zeitaufwand | Hoch (Reisezeit) | Niedrig (asynchron möglich) |
| Beste Phase | Demo, Verhandlung, Abschluss | Qualifizierung, Bedarfsanalyse |
Calls, Demos, Offers: Welche Vorlauf-Indikatoren steuern den Umsatz wirklich?
Die meisten Vertriebsleiter steuern ihr Geschäft über den Rückspiegel. Sie blicken auf den Umsatz (ein nachlaufender Indikator, „Lagging Indicator“) und versuchen, daraus Schlüsse für die Zukunft zu ziehen. Das ist, als würde man ein Schiff steuern, indem man nur auf die eigene Heckwelle schaut. Ein System-Architekt hingegen konzentriert sich auf die Vorlauf-Indikatoren („Leading Indicators“) – die Aktivitäten, die den zukünftigen Umsatz direkt beeinflussen. Das sind die Stellschrauben Ihres Vertriebs-Betriebssystems.
Natürlich sind Kennzahlen wie die Anzahl der geführten Calls, gebuchten Demos oder versendeten Angebote wichtig. Aber sie erzählen nur die halbe Wahrheit. Die entscheidende Frage ist: Führen die richtigen Aktivitäten zu den richtigen Ergebnissen? Steigt die Anzahl der Angebote, aber die Abschlussquote sinkt? Dann qualifizieren Ihre Mitarbeiter möglicherweise schlecht. Haben Sie viele Demos, aber kaum Folgegespräche? Dann ist die Präsentation nicht auf den Schmerzpunkt des Kunden ausgerichtet. Es geht nicht nur darum, Aktivitäten zu zählen, sondern ihre Qualität und Effizienz im Kontext des gesamten Funnels zu bewerten.

Eine der mächtigsten Metriken, um die Gesundheit Ihres Systems zu messen, ist die „Sales Velocity“. Diese Kennzahl kombiniert die Anzahl der Opportunities, die durchschnittliche Deal-Grösse und die Abschlussquote mit der Länge des Sales Cycles. Sie misst, wie schnell Ihr Unternehmen Geld verdient. Indem Sie sich auf die Optimierung der einzelnen Komponenten der Sales Velocity konzentrieren – zum Beispiel durch bessere Qualifizierung die Abschlussquote erhöhen oder durch ein stringenteres Playbook den Sales Cycle verkürzen – steuern Sie aktiv den zukünftigen Erfolg. Sie agieren, anstatt nur auf Ergebnisse zu reagieren.
Das Risiko, wenn Top-Performer das CRM boykottieren und Wissen horten
Das grösste Hindernis beim Aufbau eines Vertriebs-Betriebssystems ist oft der kulturelle Widerstand – angeführt von genau den Leuten, auf die Sie sich am meisten verlassen: Ihren Top-Performern. Sie sehen das CRM als bürokratische Last, nicht als Werkzeug. Sie dokumentieren Gespräche vage oder gar nicht und horten entscheidende Kundeninformationen und Verhandlungstaktiken. Dieses Verhalten, eine Art „Wissensarbitrage“, sichert ihren Status als unersetzliche Helden, macht Ihr Unternehmen aber extrem verletzlich und abhängig.
Wenn ein solcher Top-Performer das Unternehmen verlässt, geht mit ihm nicht nur der Umsatz, sondern auch ein riesiger Teil des kollektiven Wissens verloren. Die Pipeline ist eine Blackbox, Kundenbeziehungen sind rein persönlich und Nachfolger tappen im Dunkeln. Dieses „Wissen horten“ ist ein Systemfehler, der aktiv bekämpft werden muss. Die Lösung liegt nicht in Bestrafung, sondern in einer Neudefinition der Rolle des Top-Performers: vom einsamen Jäger zum Spieler-Trainer.
Fallbeispiel: Vom Wissens-Silo zum zentralen Playbook
Ein B2B-Unternehmen stellte fest, dass neue Mitarbeiter Monate brauchten, um produktiv zu werden, weil sie von den informellen Tipps der Veteranen abhängig waren. Die Lösung war die systematische Transformation der Top-Performer zu Mentoren. Ihre Aufgabe war es nicht mehr nur, Deals zu schliessen, sondern ihre erfolgreichsten Strategien im zentralen Sales Playbook zu dokumentieren. Jede Frage eines Juniors wurde mit einem Verweis auf das Playbook als „Single Point of Truth“ beantwortet. Das Ergebnis: Die Einarbeitungszeit verkürzte sich drastisch und die Leistung des gesamten Teams wurde homogener und erfolgreicher, weil nun alle auf die besten Strategien zugreifen konnten.
Integrieren Sie die Weitergabe von Wissen in das Anreizsystem. Koppeln Sie einen Teil der Vergütung an die Team-Performance oder an definierte Mentoring-Ziele. Machen Sie das CRM zu einem persönlichen Assistenten, der durch smarte Workflows Arbeit abnimmt, statt sie zu erzeugen. Nur wenn Ihre besten Leute erkennen, dass ihr Wert für das Unternehmen steigt, wenn sie ihr Wissen teilen und das System stärken, können Sie die Abhängigkeit von Einzelpersonen durchbrechen und eine wirklich robuste, skalierbare Vertriebskultur aufbauen.
Wann führen Provisionsmodelle zu falschem Verhalten und Rabattschlachten?
Ihr Provisionsmodell ist nicht nur ein Anreizsystem, es ist der Code, der das Verhalten Ihres Vertriebsteams programmiert. Wenn Sie ausschliesslich auf den reinen Umsatz provisionieren, senden Sie ein klares Signal: „Bring den Deal rein, egal wie.“ Das Resultat sind vorhersehbar: ruinöse Rabattschlachten, schrumpfende Margen und ein Fokus auf schnelle, einfache Abschlüsse anstatt auf langfristige, strategische Kundenbeziehungen. Sie optimieren Ihr System auf eine einzige, oft schädliche Kennzahl.
Ein intelligentes Provisionsmodell im Rahmen eines Vertriebs-Betriebssystems richtet die individuellen Ziele der Mitarbeiter auf die strategischen Ziele des Unternehmens aus. Es ist ein Multi-Faktor-Modell. Belohnen Sie nicht nur den Umsatz, sondern auch die Marge. Geben Sie einen Bonus für die Akquise von Neukunden in einem strategisch wichtigen Segment. Incentivieren Sie längere Vertragslaufzeiten oder den Verkauf von höherwertigen Produktpaketen. So stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeiter nicht nur viel, sondern auch das Richtige verkaufen.

Darüber hinaus können Team-Boni oder Pool-Provisionen den Wissenstransfer und die Zusammenarbeit fördern. Wenn ein Teil des Bonus vom Erfolg des gesamten Teams abhängt, haben Top-Performer einen direkten Anreiz, ihre Kollegen zu unterstützen, anstatt ihr Wissen zu horten. Das Provisionsmodell wird so vom Treiber für internen Wettbewerb zum Motor für kollektiven Erfolg. Die Gestaltung dieses Modells ist eine der anspruchsvollsten, aber auch wirkungsvollsten Aufgaben eines System-Architekten.
| Provisionsmodell | Vorteile | Risiken |
|---|---|---|
| Reine Umsatzprovision | Einfach, transparent | Rabattschlachten, Margenerosion |
| Multi-Faktor (Marge, Neukunden, Vertragslaufzeit) | Strategische Ausrichtung | Komplexität |
| Team-Bonus-Pool | Förderung von Wissenstransfer | Trittbrettfahrer-Problem |
| Gamification (Badges, Ranglisten) | Intrinsische Motivation | Kann trivial wirken |
Budget, Authority, Need, Timing: Wie fragen Sie das ab, ohne wie ein Verhör zu wirken?
Das BANT-Framework (Budget, Authority, Need, Timing) ist ein klassisches Werkzeug zur Lead-Qualifizierung. In den Händen eines unerfahrenen Verkäufers kann es sich jedoch schnell wie ein Verhör anfühlen: „Haben Sie Budget?“, „Sind Sie der Entscheider?“. Solche direkten Fragen bauen Mauern auf und führen zu ausweichenden oder falschen Antworten. Ein systematischer Ansatz bedeutet nicht, eine Checkliste stur abzuarbeiten. Er bedeutet, die richtigen Informationen auf elegante und gesprächsfördernde Weise zu erhalten.
Der Schlüssel liegt in impliziten, offenen Fragen, die den Kunden dazu bringen, von sich aus die relevanten Informationen preiszugeben. Anstatt nach dem Budget zu fragen, erkunden Sie den Schmerz und die Konsequenzen der Untätigkeit. Ein Kunde, der den hohen Preis seines aktuellen Problems verstanden hat, wird das Budget finden. Anstatt die Autorität direkt abzufragen, finden Sie heraus, wer noch vom Erfolg des Projekts profitiert. So decken Sie das gesamte Buying Center auf, ohne den Ansprechpartner vor den Kopf zu stossen.
Diese gesprächsorientierte Qualifizierung ist ein zentrales Modul in Ihrem Vertriebs-Betriebssystem. Hier sind einige Beispiele für eine natürliche BANT-Abfrage:
- Statt „Haben Sie Budget?“: „Welche Priorität hat die Lösung dieses Problems im Vergleich zu anderen Initiativen in diesem Jahr? Welche Ressourcen werden typischerweise für Projekte dieser Grössenordnung bereitgestellt?“
- Statt „Wer entscheidet?“: „Wenn wir eine perfekte Lösung für Sie finden, wer ausser Ihnen wäre noch begeistert von den Ergebnissen? Wen müssen wir auf dem Weg mit ins Boot holen, um einen reibungslosen Prozess sicherzustellen?“
- Statt „Wann wollen Sie starten?“: „Was sind die Konsequenzen, wenn dieses Problem in sechs Monaten immer noch ungelöst auf Ihrem Schreibtisch liegt? Welche Ereignisse in den nächsten Monaten könnten dieses Projekt beschleunigen?“
Dieser Ansatz verwandelt die Qualifizierung von einem Verhör in eine gemeinsame „Success Planning Session“. Sie positionieren sich als Berater, der den Weg zum Erfolg plant, nicht als Verkäufer, der eine Checkliste abhakt. Das schafft Vertrauen und liefert Ihnen gleichzeitig weitaus verlässlichere Informationen für Ihre Pipeline-Bewertung.
Warum steigern Ranglisten und Badges die Eingabedisziplin bei Vertrieblern?
Eines der grössten Ärgernisse für jeden Vertriebsleiter ist die mangelnde CRM-Disziplin. Gespräche werden nicht protokolliert, Opportunities nicht aktualisiert, Daten nicht gepflegt. Appelle an die Vernunft scheitern oft. Hier kommt Gamification ins Spiel – und es ist weit mehr als nur ein nettes Spielzeug. Es ist die Anwendung von Verhaltenspsychologie zur Steigerung der Systemakzeptanz. Ranglisten, Badges und Wettbewerbe sind mächtige Treiber für intrinsische Motivation, wenn sie richtig eingesetzt werden.
Warum funktioniert das? Weil diese Elemente direkt an das menschliche Belohnungssystem andocken. Wie Verhaltensökonomen in Studien zur neurowissenschaftlichen Grundlage der Vertriebsmotivation erklären:
Gamification nutzt soziale Anerkennung, Wettbewerb und sichtbaren Fortschritt, um Dopamin freizusetzen, was zu intrinsischer Motivation führt.
– Verhaltensökonomen, Neurowissenschaftliche Grundlagen der Vertriebsmotivation
Ein „CRM-Hygiene-Champion“-Badge, der wöchentlich für die beste Datenpflege vergeben wird, schafft soziale Anerkennung. Eine Rangliste, die anzeigt, wer die meisten qualifizierten Leads generiert hat, fördert einen gesunden Wettbewerb. Ein Fortschrittsbalken, der anzeigt, wie nah ein Mitarbeiter am Erreichen eines Ziels ist, schafft ein Gefühl des Momentums. Diese kleinen Mechanismen können die oft als lästig empfundene administrative Arbeit in eine motivierende Herausforderung verwandeln.
Der entscheidende Punkt ist, die richtigen Verhaltensweisen zu „gamifizieren“. Belohnen Sie nicht nur Abschlüsse, sondern auch die Aktivitäten, die zu Abschlüssen führen: die schnelle Nachverfolgung von Leads, die gründliche Dokumentation von Kundenbedürfnissen oder die konsequente Aktualisierung des Pipeline-Status. Gamification wird so zu einem eleganten Steuerungsinstrument, das die Akzeptanz und die Datenqualität Ihres Vertriebs-Betriebssystems signifikant erhöht, ohne dass Sie ständig ermahnen müssen.
Das Wichtigste in Kürze
- Hören Sie auf, auf Helden zu hoffen. Bauen Sie stattdessen ein skalierbares Vertriebs-Betriebssystem, das die Leistung aller steigert.
- Machen Sie das implizite Wissen Ihrer Top-Performer durch Playbooks und Coaching zu einem expliziten, teilbaren Gut für das gesamte Team.
- Steuern Sie Ihr Geschäft über Vorlauf-Indikatoren (Aktivitäten) und nicht über nachlaufende Indikatoren (Umsatz), um proaktiv zu agieren statt nur zu reagieren.
Wie beseitigen Sie die Reibungsverluste zwischen Marketing, Sales und Service, die Umsatz kosten?
Sie können das perfekteste Vertriebs-Betriebssystem der Welt bauen – wenn es isoliert arbeitet, wird es immer an Effizienz verlieren. Die grössten Umsatzkiller lauern oft in den Gräben zwischen den Abteilungen: Das Marketing generiert Leads, die der Vertrieb als unqualifiziert abtut. Der Vertrieb verkauft Versprechungen, die der Service nicht halten kann. Jeder arbeitet in seinem eigenen Silo, optimiert für seine eigenen Ziele, und der Kunde wird auf dem Weg zerrieben. Diese Reibungsverluste sind pure Geldverschwendung.
Die Lösung ist ein radikaler Paradigmenwechsel: weg von getrennten Abteilungen, hin zu Revenue Operations (RevOps). RevOps ist eine strategische Funktion, die Marketing, Vertrieb und Kundenservice unter einem gemeinsamen Ziel vereint: die Maximierung des Unternehmensumsatzes. Es geht darum, Prozesse, Daten und Technologien über die gesamte Customer Journey hinweg zu synchronisieren. Ein RevOps-Ansatz sorgt dafür, dass das Marketing Leads basierend auf einem gemeinsam definierten Ideal Customer Profile generiert. Er stellt sicher, dass der Vertrieb mit den richtigen Inhalten zur richtigen Zeit versorgt wird. Und er garantiert, dass das Feedback des Service direkt in die Produkt- und Vertriebsstrategie zurückfliesst.
Die Implementierung von RevOps macht aus Ihrem Vertriebs-Betriebssystem ein unternehmensweites Umsatz-Betriebssystem. Es beseitigt redundante Prozesse, schafft eine einheitliche Datenbasis („Single Source of Truth“) und stellt sicher, dass alle am selben Strang ziehen. Dies ist der letzte, entscheidende Schritt, um von einem guten Vertriebsteam zu einer unaufhaltbaren Wachstumsmaschine zu werden.
Ihr Plan zur Implementierung von Revenue Operations (RevOps)
- Etablieren Sie ein funktionsübergreifendes RevOps-Team mit Vertretern aus Marketing, Sales und Service.
- Definieren Sie klare Service Level Agreements (SLAs) zwischen den Abteilungen (z.B. Zeit zur Lead-Bearbeitung, Kriterien für einen qualifizierten Lead).
- Implementieren Sie ein einheitliches Datenmodell im CRM, das die gesamte Customer Journey abbildet.
- Institutionalisieren Sie wöchentliche Feedback-Schleifen, in denen die Teams Herausforderungen und Erfolge bei der Zusammenarbeit besprechen.
- Definieren Sie gemeinsame, abteilungsübergreifende KPIs und Ziele, wie z.B. die Customer Lifetime Value oder die Pipeline Velocity.
Jetzt sind Sie an der Reihe. Hören Sie auf, auf den nächsten Vertriebs-Superstar zu hoffen. Beginnen Sie noch heute damit, der Architekt Ihres eigenen, unaufhaltsamen Vertriebs-Betriebssystems zu werden. Analysieren Sie, wo das Wissen in Ihrem Team gefangen ist, und schaffen Sie die Strukturen, um es für alle nutzbar zu machen.