Veröffentlicht am März 15, 2024

Die geringe CRM-Nutzung ist kein Technologieproblem, sondern ein Symptom für fehlende Anreize und zu hohe Reibung im Alltag Ihrer Mitarbeiter.

  • Gamification und mobile Tools steigern die intrinsische Motivation und machen Erfolge sichtbar.
  • Eine gezielte Datenbereinigung vorab und intelligente Automatisierung reduzieren den manuellen Aufwand drastisch.

Empfehlung: Beginnen Sie damit, das CRM konsequent als persönlichen Leistungsverstärker für Ihr Team zu positionieren, nicht als Kontrollinstrument.

Sie blicken auf das Dashboard Ihres neuen, teuren CRM-Systems und die Statistik ist ernüchternd: 50 % der Vertriebsmitarbeiter haben sich seit der Einführung nicht ein einziges Mal eingeloggt. Die Daten sind unvollständig, Deals werden weiterhin in Excel-Listen oder Notizbüchern verfolgt und die erhoffte Transparenz bleibt ein frommer Wunsch. Sie stehen unter Druck, denn die Investition muss sich rentieren, aber Ihr Team empfindet das System als Last, als zusätzlichen Aufwand, im schlimmsten Fall sogar als Überwachungsinstrument.

Die üblichen Ratschläge wie „mehr schulen“ oder „die Vorteile aufzeigen“ haben Sie vermutlich schon versucht, ohne nennenswerten Erfolg. Das Problem liegt oft tiefer. Es geht nicht darum, dass Ihr Team die Funktionen nicht versteht. Es geht um Psychologie, Gewohnheit und die menschliche Tendenz, den Weg des geringsten Widerstands zu gehen. Das ist das Trägheitsmoment, das jede Veränderung bremst.

Doch was wäre, wenn der Schlüssel nicht darin liegt, den Widerstand zu brechen, sondern ihn gezielt umzulenken? Wenn Sie das CRM von einem gefürchteten Kontrollinstrument in einen unverzichtbaren persönlichen Leistungsverstärker für jeden einzelnen Mitarbeiter verwandeln könnten? Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie genau das erreichen. Wir tauchen tief in die Mechanismen ein, die die Nutzerakzeptanz wirklich fördern – von spielerischen Anreizen über die Reduzierung von Reibungsverlusten im Alltag bis hin zur Schaffung echter Wettbewerbsvorteile.

In den folgenden Abschnitten finden Sie eine klare Roadmap mit praxisnahen Strategien, um die Akzeptanz Ihres CRM-Systems nachhaltig zu steigern und aus ungenutzter Software ein pulsierendes Zentrum Ihres Vertriebserfolgs zu machen. Entdecken Sie, wie Sie die Perspektive Ihres Teams ändern und die volle Kraft Ihrer Investition entfesseln können.

Warum steigern Ranglisten und Badges die Eingabedisziplin bei Vertrieblern?

Vertriebsmitarbeiter sind von Natur aus wettbewerbsorientiert. Dieser Antrieb ist der stärkste Hebel, den Sie zur Steigerung der CRM-Nutzung haben. Anstatt die Dateneingabe als administrative Pflicht darzustellen, verwandeln Sie sie in ein Spiel. Gamification nutzt grundlegende menschliche Bedürfnisse: den Wunsch nach Anerkennung, Status und dem Messen mit anderen. Eine simple Rangliste, die anzeigt, wer die meisten Kontakte aktualisiert oder die meisten Aktivitäten protokolliert hat, kann wahre Wunder wirken.

Der psychologische Effekt ist tiefgreifend. Eine Aufgabe, die zuvor als lästige Pflicht empfunden wurde, wird plötzlich zu einer Möglichkeit, sich im Team zu beweisen. Badges für erreichte Meilensteine – wie „100 Anrufe protokolliert“ oder „Erster Deal im neuen Quartal“ – schaffen kleine, regelmässige Erfolgserlebnisse. Dies fördert nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität der Eingaben, denn niemand möchte mit unvollständigen Daten auf dem letzten Platz landen. Es geht darum, intrinsische Motivation zu schaffen, die weitaus stärker ist als jeder Druck von oben.

Diese spielerischen Elemente positionieren das CRM als Coach und Scoreboard, nicht als Aufseher. Laut Salesforce haben Teams, die Gamification nutzen, eine bis zu 30% höhere Abschlussrate. Das liegt daran, dass die erhöhte Aktivität im System direkt zu besseren Vertriebsergebnissen führt. Die visualisierte Leistung motiviert, dranzubleiben und die eigenen Erfolge nachzuverfolgen.

Vertriebsteam betrachtet interaktives Gamification-Dashboard auf grossem Bildschirm

Wie dieses interaktive Dashboard zeigt, wird der Fortschritt für alle sichtbar. HubSpot integriert solche Funktionen direkt, indem Mitarbeiter Punkte für das Protokollieren von Gesprächen oder das schnelle Nachfassen von Leads erhalten. Diese Punkte fliessen in Echtzeit-Ranglisten ein und schaffen eine positive Wettbewerbsdynamik. Das Ziel ist es, den Fokus von „Du musst Daten eingeben“ zu „Ich will auf der Rangliste nach oben“ zu verschieben. So wird das CRM zum Spielfeld des Erfolgs.

Wie werden Sie Karteileichen los, bevor Sie sie in das neue System importieren?

Einer der grössten Frustrationsfaktoren bei einer CRM-Einführung ist die Konfrontation mit einem Berg veralteter, unvollständiger oder irrelevanter Daten. Wenn ein Vertriebsmitarbeiter sich einloggt und sofort auf „Karteileichen“ stösst – Kontakte, mit denen seit Jahren niemand mehr gesprochen hat –, sinkt die Motivation rapide. Die Botschaft, die das System sendet, ist: „Hier wartet eine Menge Aufräumarbeit auf dich.“ Das ist das Gegenteil eines Leistungsverstärkers.

Bevor Sie also überhaupt an die Migration denken, müssen Sie radikal ausmisten. Eine saubere Datenbasis ist kein „Nice-to-have“, sondern die absolute Grundlage für die Nutzerakzeptanz. Bedenken Sie, dass laut Studien Vertriebsmitarbeiter durchschnittlich fast 17% ihrer Zeit mit manueller Dateneingabe und -korrektur verbringen. Wenn die Ausgangsdaten bereits schlecht sind, potenziert sich dieser unproduktive Aufwand. Das Ziel muss sein, diesen Aufwand von Anfang an zu minimieren.

Organisieren Sie einen dedizierten „Data Cleaning Day“ und machen Sie daraus ein Team-Event, keinen Strafenkatalog. Führen Sie eine „Amnestie-Regel“ ein: Mitarbeiter dürfen veraltete Kontakte ohne Schuldzuweisungen oder Rechtfertigungsdruck als „zu archivieren“ markieren. Dies senkt die Hemmschwelle, sich von altem Ballast zu trennen. Die Energie, die sonst in die Pflege irrelevanter Daten fliesst, kann so direkt in die Bearbeitung vielversprechender Leads investiert werden.

Ihr Plan zur Datenbereinigung vor der CRM-Migration

  1. Data-Cleaning-Day organisieren: Machen Sie aus der Bereinigung einen motivierenden Team-Wettbewerb mit klaren Zielen (z. B. „Wer archiviert die meisten irrelevanten Kontakte?“) und Belohnungen.
  2. Amnestie-Regel einführen: Erlauben Sie Teams, veraltete Kontakte ohne Schuldzuweisungen oder komplexe Prozesse als „zu archivieren“ zu markieren. Das senkt die Hemmschwelle erheblich.
  3. Präventive Verfallsdaten definieren: Legen Sie eine Regel im neuen CRM fest, dass Kontakte ohne jegliche Interaktion seit 12 oder 18 Monaten automatisch zur Überprüfung oder Archivierung markiert werden.
  4. Dubletten systematisch identifizieren: Nutzen Sie vor dem Import spezielle Tools, um Dubletten zu finden und zusammenzuführen, anstatt dieses Problem den Nutzern im neuen System zu überlassen.
  5. Pflichtfelder intelligent festlegen: Definieren Sie, welche wenigen Informationen (z. B. E-Mail, Telefonnummer, letzte Kontaktaufnahme) für einen „gesunden“ Datensatz unerlässlich sind, und filtern Sie alles andere heraus.

Standard oder Anpassung: Was hilft dem Nutzer wirklich im Alltag?

Die Frage, ob ein Standard-CRM ausreicht oder aufwendige Anpassungen nötig sind, ist eine der zentralen strategischen Entscheidungen bei der Einführung. Die Antwort darauf ist entscheidend für die Reduzierung von Reibungsverlusten und damit für die Nutzerakzeptanz. Ein System, das die realen Arbeitsabläufe des Teams nicht abbildet, wird als Fremdkörper empfunden und umgangen. Das Ziel ist es, eine hohe Prozess-Souveränität beim Nutzer zu erzeugen – das Gefühl, dass das Werkzeug ihm dient und nicht umgekehrt.

Ein Standard-CRM ist schnell implementiert und kostengünstig, zwingt Ihr Team aber oft, seine bewährten Prozesse an die Software anzupassen. Das kann zu erheblichem Widerstand führen. Wie die CRM-Experten von Close.com treffend bemerken, stört ein neues CRM etablierte Arbeitsabläufe. Diese Störung kann positiv sein, wenn sie zu einer Verbesserung führt, aber negativ, wenn sie den Nutzer ausbremst. Es ist entscheidend, genau hinzuhören:

Vertriebsmitarbeiter haben spezifische Workflows. Ein neues CRM wird diese Prozesse stören und das Team zwingen, zu überdenken, wie sie Abschlüsse tätigen.

– Close.com CRM-Experten, 5 Strategies For Successful Sales CRM Adoption

Auf der anderen Seite kann eine zu starke Anpassung das Projekt verlangsamen, die Kosten in die Höhe treiben und zukünftige Updates erschweren. Der Königsweg liegt oft in der Mitte: Beginnen Sie mit einem Standard-Setup und identifizieren Sie gemeinsam mit den Nutzern die 2-3 grössten „Reibungspunkte“ in ihrem Alltag. Passen Sie nur diese gezielt an. Das kann eine automatisierte Aufgabe, ein vereinfachtes Eingabefeld oder eine spezielle Dashboard-Ansicht sein. Diese kleinen, aber spürbaren Erleichterungen haben eine enorme Signalwirkung und beweisen, dass das System dem Nutzer wirklich hilft.

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Abwägungen zusammen, die Sie bei Ihrer Entscheidung berücksichtigen sollten:

Standard-CRM vs. Angepasstes CRM: Eine strategische Abwägung
Aspekt Standard-CRM Angepasstes CRM
Implementierung Schnell (1-2 Wochen) Langsam (2-3 Monate)
Benutzerakzeptanz Höher bei einfachen Prozessen Höher bei komplexen Workflows
Kosten Niedrig Hoch
Skalierbarkeit Begrenzt Flexibel

Das Risiko, wenn wichtige Infos nur im Notizbuch des Verkäufers stehen

Das vielleicht grösste, aber oft unsichtbare Risiko für ein Unternehmen ist isoliertes Wissen. Wenn die entscheidenden Informationen über einen Kunden – seine Präferenzen, seine wahren Entscheidungsträger, die Historie der Absprachen – ausschliesslich im Notizbuch oder im Kopf eines einzelnen Vertriebsmitarbeiters existieren, ist dieses Wissen an eine Person gebunden. Verlässt dieser Mitarbeiter das Unternehmen, geht dieses Kapital unwiederbringlich verloren. Das CRM ist das einzige Instrument, um dieses Wissen zu institutionalisieren und es zu einem gemeinsamen Gut des Unternehmens zu machen.

Dieses „Inselwissen“ ist nicht nur im Falle einer Kündigung gefährlich. Es verhindert auch eine effektive Zusammenarbeit im Team. Wie kann ein Kollege im Urlaubsfall übernehmen, wenn die letzten Gesprächsnotizen auf einem Post-it am Monitor kleben? Wie kann das Marketing gezielte Kampagnen fahren, wenn es die spezifischen Bedürfnisse der Kunden nicht kennt? Schlechte oder fehlende Daten im CRM sind nicht nur ein Effizienzproblem, sie sind eine strategische Schwachstelle. Studien zeigen, dass schlechte CRM-Datenqualität jährliche Umsatzverluste zwischen 5-20% verursachen kann.

Kommunizieren Sie dieses Risiko klar und deutlich, aber nicht als Vorwurf. Positionieren Sie das CRM als gemeinsames „Gehirn“ des Vertriebsteams. Jeder Beitrag, jede Notiz und jede Aktualisierung ist ein Baustein, der das kollektive Wissen vergrössert und das gesamte Team stärker macht. Es schützt nicht nur das Unternehmen, sondern auch den einzelnen Mitarbeiter, da bei internen Wechseln oder Abwesenheiten eine reibungslose Übergabe möglich ist.

Symbolische Darstellung von verteiltem Wissen das in einem zentralen System zusammenfliesst

Diese Visualisierung zeigt das Prinzip perfekt: Verstreute Informationsschnipsel fliessen in eine zentrale, zugängliche Wissensdatenbank. Unternehmen, die die Kosten verlorener Informationen („Cost of Lost Information“) analysieren, stellen fest, dass der Aufwand für den Wiederaufbau von Kundenbeziehungen nach einem Mitarbeiterabgang enorm ist. Das CRM ist die Versicherung gegen diesen Verlust und die Grundlage für skalierbares Wachstum.

Wann muss der neue Kollege das CRM beherrschen: Tag 1 oder Woche 4?

Das Onboarding neuer Mitarbeiter ist der Lackmustest für Ihre CRM-Kultur. Wenn neue Kollegen sehen, dass das System von den etablierten Mitarbeitern ignoriert wird, werden sie dieses Verhalten übernehmen. Umgekehrt: Wenn das CRM vom ersten Tag an als das zentrale Arbeitsinstrument positioniert wird, wird es für Neulinge zur selbstverständlichen Grundlage ihrer Tätigkeit. Der richtige Zeitpunkt, das CRM zu meistern, ist daher nicht Woche 4, sondern ab der ersten Stunde von Tag 1.

Vermeiden Sie den Fehler, neue Mitarbeiter zuerst mit Produktkatalogen und PowerPoint-Präsentationen zu überhäufen. Drehen Sie den Spiess um: Die erste Aufgabe sollte sein, sich im CRM die Historie der fünf wichtigsten Kunden anzusehen. So lernen sie nicht nur die Software kennen, sondern verstehen sofort das Geschäft, die Ansprechpartner und die Erfolgsgeschichten des Unternehmens. Das CRM wird vom administrativen Tool zum Storytelling-Instrument, das die DNA des Unternehmens offenbart.

Ein strukturiertes Onboarding könnte der „3-V-Regel“ folgen:

  • Tag 1 – Verstehen: Der neue Mitarbeiter nutzt das CRM passiv, um Kundenhistorien zu lesen und das Geschäft zu verstehen.
  • Woche 1 – Verwenden: Aktive Nutzung der 5 wichtigsten Kernfunktionen. Der erste eigene Kontakt wird angelegt, die erste Aufgabe geplant.
  • Monat 1 – Verbessern: Der Mitarbeiter beginnt, eigene Dashboards zu bauen, erste Automatisierungen zu nutzen und das System proaktiv für die eigene Effizienz zu optimieren.

Dieser gestaffelte Ansatz verhindert Überforderung und schafft schnelle Erfolgserlebnisse. Er zeigt, dass das CRM ein Werkzeug zur Selbstorganisation und Leistungssteigerung ist.

Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigt das Beispiel von Avison Young. Das Unternehmen hat die CRM-Akzeptanz massgeblich durch ein starkes Onboarding und die Positionierung von HubSpot als zentrale Wissensplattform vorangetrieben.

Avison Young wechselte von vier getrennten CRM-Systemen zu HubSpot als zentraler Plattform. Die Benutzerakzeptanz stieg auf beeindruckende 90% in Nordamerika, Grossbritannien und Europa.

– Avison Young, zitiert in Huble.com

Warum ist der Zugriff per Tablet im Kundengespräch der entscheidende Wettbewerbsvorteil?

Die CRM-Nutzung endet nicht am Schreibtisch im Büro. Der Moment, in dem das CRM sein volles Potenzial als Leistungsverstärker entfaltet, ist live im Kundengespräch. Wenn Vertriebsmitarbeiter ihr Tablet zücken und dem Kunden in Echtzeit Lieferzeiten prüfen, Produktkonfigurationen durchspielen oder auf frühere Service-Tickets zugreifen können, verändert das die gesamte Dynamik des Gesprächs. Der Mitarbeiter agiert nicht mehr als Bittsteller, sondern als kompetenter und bestens informierter Berater.

Diese Fähigkeit, sofort auf zentrale Daten zuzugreifen und präzise Antworten zu geben, schafft enormes Vertrauen. Der Kunde fühlt sich verstanden und ernst genommen. Das umständliche „Das muss ich im Büro nachschauen und melde mich bei Ihnen“ entfällt. Fragen werden sofort geklärt, Entscheidungen können schneller getroffen werden. Der Vertriebszyklus verkürzt sich, weil die Informationslücken direkt im Gespräch geschlossen werden. Dies ist kein Gimmick, sondern ein handfester Wettbewerbsvorteil.

Stellen Sie sich das Szenario vor: Ein Kunde hat eine spezifische technische Anforderung. Ihr Mitarbeiter öffnet das CRM auf dem Tablet, greift auf die Wissensdatenbank zu und kann dem Kunden sofort eine passende Lösung präsentieren. Er kann sogar live ein Angebot konfigurieren und dem Kunden auf dem Bildschirm zeigen. Dieses Mass an Professionalität und Agilität hinterlässt einen bleibenden Eindruck und hebt Sie von Wettbewerbern ab, die noch mit Papierkatalogen und Notizblöcken arbeiten.

Moderne CRM-Systeme wie Pipedrive sind darauf ausgelegt, Teams mobil zu organisieren und Einblicke in Echtzeit zu ermöglichen. Die Möglichkeit, direkt nach dem Gespräch die Notizen im CRM zu erfassen, während die Details noch frisch im Gedächtnis sind, steigert die Datenqualität enorm. Die Hürde, dies später im Büro „nacharbeiten“ zu müssen, entfällt. Mobile CRM-Nutzung ist somit die ultimative Form der Reibungsreduktion und macht das System zu einem unverzichtbaren Begleiter im Vertriebsalltag.

Wie trainieren Sie neue Prozesse, damit sie nach 2 Wochen zur Routine werden?

Selbst die beste Software ist nutzlos, wenn ihre Bedienung nicht in Fleisch und Blut übergeht. Die grösste Herausforderung bei der Einführung neuer Prozesse ist das menschliche Trägheitsmoment – die Macht der alten Gewohnheiten. Um dieses zu überwinden, reicht eine einmalige Schulung nicht aus. Sie müssen den Aufbau neuer Routinen aktiv gestalten. Das Geheimnis liegt in der Anwendung von „Mikro-Gewohnheiten“ und der Integration von Lerninhalten direkt in die Arbeitsumgebung.

Anstatt das Team mit einem komplexen, neuen 10-Schritte-Prozess zu überfordern, beginnen Sie mit einer einzigen, winzigen Aufgabe. Zum Beispiel: „Nach jedem Telefonat wird der nächste geplante Schritt als Aufgabe im CRM angelegt.“ Diese Aktion dauert weniger als 30 Sekunden. Sobald diese Mikro-Gewohnheit sitzt, fügen Sie die nächste hinzu, wie das Setzen eines Kontakt-Status. So bauen Sie komplexe Routinen Schritt für Schritt auf, ohne das Team zu überfordern. Der Schlüssel ist die unmittelbare Wiederholung nach einem festen Auslöser (z.B. „Anruf beendet“).

Um den Lernprozess zu unterstützen, sollten die Ressourcen dort sein, wo die Arbeit stattfindet: direkt im CRM. Erstellen Sie ein internes Lernzentrum mit kurzen Video-Tutorials (max. 2 Minuten) und Checklisten, die direkt in die Plattform eingebettet sind. Das minimiert den Kontextwechsel – Mitarbeiter müssen nicht zwischen CRM, E-Mail-Postfach und Schulungsunterlagen hin- und herspringen, um eine Antwort zu finden. Studien zur Mitarbeitermotivation zeigen zudem, dass spielerische Elemente auch im Training eine enorme Wirkung haben können. Gamifiziertes Training kann die Motivation bei der Arbeit um bis zu 83% steigern.

Sie können zum Beispiel kleine Quizze oder „Zertifizierungen“ für neue Prozesse einführen, die mit Badges belohnt werden. So wird das Erlernen neuer Abläufe von einer lästigen Pflicht zu einer motivierenden Herausforderung. Kombinieren Sie die Macht der kleinen Schritte mit integrierten Lernhilfen, um die Zeit von der Einführung bis zur festen Routine drastisch zu verkürzen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das CRM ist ein Leistungsverstärker, kein Kontrollinstrument. Ihre Kommunikation muss dies widerspiegeln.
  • Menschliche Faktoren wie Motivation, Wettbewerb und Gewohnheit sind entscheidender für die Akzeptanz als technische Features.
  • Reduzieren Sie aktiv Reibungspunkte im Alltag: von der Datenbereinigung über mobile Zugriffe bis hin zu schlanken Prozessen.

Wie reduzieren Sie die Zeit für die Angebotserstellung von 3 Tagen auf 30 Minuten?

Dies ist der Moment, in dem alle Fäden zusammenlaufen und der wahre Wert eines gut eingeführten CRM-Systems sichtbar wird. Die drastische Reduzierung der Zeit für die Angebotserstellung von Tagen auf Minuten ist kein Marketingversprechen, sondern die logische Konsequenz der zuvor besprochenen Schritte. Wenn Daten sauber sind, Prozesse etabliert sind und das System als Leistungsverstärker akzeptiert wird, werden massive Effizienzgewinne möglich.

Denken Sie an den typischen, manuellen Prozess: Ein Vertriebsmitarbeiter sucht nach Produktinformationen in verschiedenen Ordnern, fragt bei Kollegen nach Preisen, kopiert Kundendaten manuell in eine Word-Vorlage und lässt das Ganze von einem Vorgesetzten freigeben. Dieser Prozess ist fehleranfällig und langsam. Ein integriertes CRM, das mit einer Angebots- oder CPQ-Software (Configure, Price, Quote) verbunden ist, revolutioniert diesen Ablauf. Mit wenigen Klicks kann der Mitarbeiter auf Basis der zentral gepflegten Kundendaten ein fehlerfreies, professionell gestaltetes Angebot erstellen.

Die Zeitersparnis ist enorm und hat weitreichende Folgen. Eine Studie zeigt, dass Vertriebsmitarbeiter oft nur 35% ihrer Zeit mit tatsächlichem Verkaufen verbringen. Der Rest geht für administrative Aufgaben wie Recherche und Angebotserstellung verloren. Indem Sie diesen Prozess automatisieren, geben Sie Ihrem Team das wertvollste Gut zurück: Zeit für den Kunden. Die Motivation steigt, denn Vertriebler wollen verkaufen, nicht administrieren.

Fallstudie: 360 Payments steigert Nettoeinkommen um 298%

Das Fintech-Unternehmen 360 Payments stand vor der Herausforderung, seine Vertriebsprozesse zu skalieren. Nach der Einführung von Pipedrive als zentraler All-in-One-Lösung, die Vertrieb, Marketing und Reporting vereinte, konnten sie ihre Effizienz dramatisch steigern. Durch die Automatisierung von Routineaufgaben und die zentrale Datenhaltung konnte das Team mehr Zeit in den aktiven Verkauf investieren. Das Ergebnis war eine Steigerung des Nettoeinkommens um beeindruckende 298%. Dieses Beispiel zeigt, wie ein gut angenommenes CRM direkt auf die Geschäftsergebnisse einzahlt.

Dieser ultimative Nutzen – die massive Zeitersparnis bei ungeliebten Aufgaben – ist Ihr stärkstes Argument. Wenn Ihr Team erkennt, dass das CRM ihnen nicht nur Arbeit macht, sondern vor allem Arbeit abnimmt, ist der Kampf um die Akzeptanz gewonnen.

Der Weg zu einer hohen CRM-Akzeptanz ist ein Prozess der Veränderung, der Empathie und strategisches Vorgehen erfordert. Beginnen Sie noch heute damit, die grössten Reibungspunkte in den Abläufen Ihres Teams zu analysieren und den ersten Schritt zu machen, um das CRM als echten Partner für den Erfolg zu positionieren.

Geschrieben von Hannah Dr. Friedmann, Promovierte Wirtschaftspsychologin und Organisationsentwicklerin für Agile Transformation und Change Management. Seit 15 Jahren begleitet sie Traditionsunternehmen beim Kulturwandel hin zu flexiblen Netzwerkorganisationen.